„Erben ohne Scherben“: 80 Besucher informieren sich über Erben und Vererben
Notar Jörg Saumweber gab im Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald wertvolle Einblicke in das Erbrecht und die Vermögensnachfolge.
St. Oswald, 22. Oktober 2026. Wie lässt sich der eigene Nachlass sinnvoll regeln, Streit innerhalb der Familie vermeiden und Vermögen rechtzeitig übertragen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Vortrag „Erben ohne Scherben“, zu dem sich am Donnerstag, 22. Oktober 2026, insgesamt 80 Besucher im Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald einfanden. Als Referent führte Notar Jörg Saumweber durch die wichtigsten Themen rund um Erben, Vererben und die Gestaltung des eigenen Nachlasses.
Die Veranstaltung fand in Kooperation zwischen der ILE Nationalparkgemeinden, der Volkshochschule Freyung-Grafenau und der Volkshochschule Arberland statt. Das große Interesse zeigte, wie wichtig eine frühzeitige und gut durchdachte Regelung der Vermögensnachfolge ist.
Zu Beginn sorgte ein kurzes „Warm-up“ für den Einstieg in das Thema. Anschließend erläuterte Notar Saumweber, welche Regelungen greifen, wenn kein Testament vorhanden ist und die gesetzliche Erbfolge eintritt. Dabei ging es auch um die Frage, welche Angehörigen erben und welche Folgen sich daraus für die Hinterbliebenen ergeben können.
Ein weiterer Schwerpunkt war der Pflichtteil. Der Referent erklärte, wer grundsätzlich pflichtteilsberechtigt ist und welche Ansprüche sich daraus ergeben können. Darüber hinaus erfuhren die Teilnehmer, wie eine Verfügung von Todes wegen – beispielsweise ein Testament oder ein Erbvertrag – errichtet wird und worauf bei einer rechtssicheren Gestaltung zu achten ist.
Auch die finanziellen Aspekte kamen nicht zu kurz: Die Besucher erhielten einen Überblick über die Erbschaftsteuer, die Bedeutung der persönlichen Freibeträge und die Frage, wer im Erbfall steuerpflichtig werden kann. Ein weiterer Themenblock widmete sich der Vermögensübertragung zu Lebzeiten. Dabei wurde deutlich, dass eine frühzeitige Planung verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet, zugleich aber sorgfältig auf die persönliche Lebenssituation abgestimmt werden sollte.
Abschließend ging es um weitere wichtige Punkte, die bei der Nachlassplanung berücksichtigt werden sollten. Ziel war es, die Teilnehmer für mögliche Fallstricke zu sensibilisieren und ihnen Orientierung für die eigene Vorsorge zu geben.
Der Vortrag machte deutlich: Wer sich rechtzeitig mit dem Thema Erben und Vererben auseinandersetzt, kann Klarheit schaffen, persönliche Wünsche festhalten und dazu beitragen, spätere Konflikte innerhalb der Familie zu vermeiden. Mit vielen praxisnahen Informationen bot die Veranstaltung den 80 Besuchern eine wertvolle Grundlage, um sich mit der eigenen Nachlassplanung auseinanderzusetzen.
Die Kooperation der ILE Nationalparkgemeinden mit den Volkshochschulen Freyung-Grafenau und Arberland ermöglichte einen informativen Abend zu einem Thema, das Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen betrifft und häufig erst dann Aufmerksamkeit erhält, wenn es bereits zu spät ist, wichtige Entscheidungen in Ruhe zu treffen.
v. l. Sebastian Biereder (Geschäftsführer ILE Nationalparkgemeinden), Jörg Saumweber (Notar) und Dr. Karina Fisch (Geschäftsführerin VHS Freyung-Grafenau)
Foto/Copyright: ILE Nationalparkgemeinden